Konjunkturumfrage „Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Wirtschaftsraum Weser-Ems Herbst 2017“

Konjunkturaufschwung gewinnt weiter an Kraft 


08.12.2017 - Auch in der zweiten Jahreshälfte hat sich die sehr gute konjunkturelle Lage im Mittelstand fortgesetzt. Die mittelständischen Unternehmen im Weser-Ems-Gebiet melden Höchstbewertungen für die aktuelle Wirtschaftslage und eine gute Umsatzentwicklung. Die Personalplanungen sind weiter auf Wachstum ausgerichtet. Bürokratie und Fachkräftemangel bremsen den Mittelstand.

Eine klare Mehrheit von 70,2 Prozent der rund 1.350 von Creditreform Leer, Oldenburg, Osnabrück und Nordhorn befragten Unternehmen bezeichnete ihre aktuelle Geschäftslage mit „sehr gut“ bzw. mit „gut“. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich der Anteil der Positivmeldungen deutlich um acht Prozentpunkte. Pessimistische Äußerungen zur Geschäftslage gab es diesmal kaum (1,5 Prozent der Befragten).

Mit plus 68,7 Punkten ist der Geschäftslage-Saldo Weser-Ems (die Differenz aus den Anteilen guter und schlechter Bewertungen) noch einmal höher als im vergangenen Jahr (2016: 60,3 Punkte) und auch leicht über dem bundesweiten Wert (67,7 Punkte).

Für die Region Oldenburg (Landkreise Ammerland, Friesland, Oldenburg, Wesermarsch und die Städte Oldenburg und Wilhelmshaven) liegt der Saldo aus positiver und negativer Beurteilung der aktuellen Geschäftslage ebenfalls über dem Bundesniveau bei plus 69,4 Punkten (Vorjahr plus 64,4 Punkte) und damit weiterhin über dem Durchschnitt der Region Weser-Ems.

In Ostfriesland beträgt der aktuelle Geschäftslage-Saldo plus 69,0 Punkte (Vorjahr plus 62,9 Punkte), im Emsland beachtliche plus 74,7 Punkte (Vorjahr: 57,1 Punkte). Für die erweiterte Region Leer (Landkreise Aurich, Emsland, Leer, Cloppenburg, Wittmund und Stadt Emden) liegt der aktuelle Geschäftslage-Saldo bei plus 72,4 Punkten (Vorjahr plus 59,8 Punkte), damit über dem Weser-Ems-Wert.

Umsatzentwicklung weiterhin positiv

42,6 Prozent der Befragten berichteten von Umsatzsteigerungen (Vorjahr: 40,2 Prozent). Dieser Prozentwert entspricht dem bundesdeutschen Mittel (42,2 Prozent). Knapp ein Zehntel (9,0 Prozent) verbuchte ein Umsatzminus.
Auch für die kommenden Monate rechnen die mittelständischen Unternehmen mit einer positiven Umsatzentwicklung. Dabei zeigten sich die hiesigen Unternehmen sogar optimistischer als im Vorjahr. Etwa jeder dritte Befragte (32,8 Prozent) erwartet einen Umsatzanstieg, lediglich 8,2 Prozent der Unternehmen befürchten Umsatzeinbußen. Vor allem das Dienstleistungsgewerbe äußerte steigende Umsatzerwartungen. Ebenfalls günstiger als im Vorjahr fallen die Umsatzprognosen im Verarbeitenden Gewerbe aus.

Investitionsbereitschaft zieht an

Erfreulich: Um für die künftig gute Auftragslage gewappnet zu sein, wollen 50,9 Prozent der befragten Unternehmen Investitionen durchführen (Vorjahr: 47,7 Prozent). Kapazitätserweiterungen spielen für den Mittelstand im Weser-Ems-Gebiet eine bedeutendere Rolle als im Vorjahr. Auch Investitionen in Digitalisierungsprojekte nehmen zu. Die Investitionsbereitschaft blieb nur noch knapp hinter dem bundesweiten Vergleichswert zurück (52,7 Prozent).

Wenige Schwierigkeiten gibt es derzeit mit den Banken. Die überwiegende Mehrzahl der befragten Unternehmen (70,3 Prozent) hat in den letzten zwölf Monaten keinerlei Veränderungen bei den Finanzierungsbedingungen festgestellt. Wenn Verschärfungen festgestellt wurden, betraf das meist höhere Anforderungen des Kapitalgebers in Form von höheren Sicherheiten oder mehr bürokratischen Aufwand (Kreditprüfung, Berichtsmaterial).

Beschäftigung im Mittelstand wächst …

Auch das Personal haben die mittelständischen Unternehmen in den letzten Monaten weiter aufgestockt. Gut jedes dritte Unternehmen (36,2 Prozent) beschäftigt aktuell mehr Mitarbeiter als im Frühjahr. 7,6 Prozent der Befragten haben den Personalbestand in den letzten Monaten verkleinert. Damit zeigte sich der Mittelstand hier einstellungsfreudiger als im Bundesdurchschnitt.

Weiter auf Wachstum ausgerichtet sind zudem die Personalplanungen. Diesmal haben sogar mehr Unternehmen eine Aufstockung der Belegschaft angekündigt als im Vorjahr (22,3 Prozent; Vorjahr: 18,1 Prozent). Zugenommen hat die Einstellungsbereitschaft vor allem im Dienstleistungsgewerbe, gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe.

… aber Fachkräftemangel bremst den Mittelstand

Was erwartet der Mittelstand von der zukünftigen Bundesregierung? Neben dem Bürokratieabbau an erster Stelle rangiert an zweiter Stelle bereits Unterstützung bei der Fachkräftesicherung. So sehen 71 Prozent der Befragten im Bürokratieabbau und 62 Prozent im Kampf gegen den Fachkräftemangel zentrale Aufgaben der künftigen Bundesregierung. Eine dritte wichtige Forderung des Mittelstandes sind Erleichterungen für ein investitionsfreundliches Steuerrecht (49 Prozent) noch vor dem flächendeckenden Breitbandausbau (44 Prozent).

Duale Ausbildung stärken!

Insbesondere die ausbildungsstarken Bereiche des Mittelstandes (Verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe) erachten zudem die Stärkung der Dualen Ausbildung in Deutschland als wichtig. Traditionell leistet der Mittelstand einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Form der Lehrlingsausbildung. Nur etwa jedes dritte befragte Unternehmen (31 Prozent) bildet nicht aus. Viele Unternehmen würden gern (mehr) ausbilden, finden derzeit aber keine Bewerber (10 Prozent). Das Baugewerbe hat hierbei die meisten Schwierigkeiten. Viele Unternehmen setzen daher auf finanzielle Anreize (42 Prozent) und flexible Arbeitszeiten (38 Prozent), um Fachkräfte zu finden und zu binden.

Downloads

Presseinformation
Creditreform Studie Wirtschaftslage Weser-Ems, Herbst 2017

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Präsentation
Creditreform Pressekonferenz Konjunkturumfrage Weser-Ems Herbst 2017

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Studie
Presseinformation: Creditreform Konjunkturumfrage Weser-Ems Herbst 2017

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