Zahl der überschuldeten Privatpersonen im Stadtgebiet Oldenburg gesunken
Auch in der Stadt Oldenburg konnten die Verbraucher von
der guten Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung der
letzten zwölf Monate profitieren. Mit einer Schuldnerquote
von 11,12 Prozent ist die Zahl der verschuldeten
Oldenburger im Vergleich zum Vorjahr um minus 0,55
Prozentpunkte deutlich gesunken (2010: 11,67).
Oldenburg verzeichnet damit den höchsten Rückgang der
Verschuldung in der Region, liegt aber dennoch deutlich
über dem Weser-Ems-Wert mit einer Quote von 9,76
Prozent (2010: 10,03 Prozent). Grundsätzlich bestätigt die
Studie, dass eher ländlich geprägte Räume eine geringere
Überschuldung der privaten Haushalte aufweisen als
Ballungsräume und Großstädte.
Somit sind aktuell knapp 15.100 Bürger der Stadt
Oldenburg überschuldet oder weisen zumindest
nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Die Spannweite der
Schuldnerquote in der Stadt Oldenburg ist dabei groß: zwischen 8,34 Prozent im Gebiet Haarentor/Wechloy bis
15,68 Prozent im Raum Kreyenbrück/Bümmerstede. In
allen Stadtteilen ist ein Rückgang der Überschuldung zu
verzeichnen.
Kreyenbrück bleibt Schlusslicht
Am höchsten ist erneut die Schuldnerquote im Süden
Oldenburgs: 15,68 Prozent der Bewohner in Kreyenbrück
(PLZ 26133) sind überschuldet – ein Rückgang um
immerhin minus 0,95 Prozentpunkte im Vergleich zum
Vorjahr (2010: 16,62). Zum Vergleich: bundesweit die
höchste Schuldnerquote hat auf Kreisebene Bremerhaven
mit 18,06 %, die Stadt Wilhelmshaven liegt bei 15,14 %.
Die niedrigste Schuldnerquote der Stadt kann wieder das
Viertel im Einzugsgebiet der Universität vorweisen: Nur
8,34 Prozent (2010: 8,76) der Bürger im Westen der Stadt
(PLZ 26129) – also in Wechloy plus der Bereich Haarentor
sowie den nördlichen Teilen Bloherfeldes – sind
überschuldet und wohnen damit im "grünen Bereich".
Im Bereich des Zentrums mit Teilen von Bürgerfelde und
Wechloy (PLZ 26121) liegt die Schuldnerquote bei 9,01
Prozent (2010: 9,32) und damit noch im mittleren, gelben
Bereich, ebenso der südliche Innenstadtbereich, östliche
Teile Everstens und Wechloys (PLZ 26122) mit einer
Schuldnerquote von 9,39 Prozent (2010: 9,91).
Der PLZ-Bezirk 26131 ist bereits hellorange eingefärbt: in
Eversten und Bloherfelde sind 10,18 Prozent (2010: 10,28)
der Bürger überschuldet. Der gesamte Norden und Osten der Stadt Oldenburg ist dunkelorange eingefärbt und liegt damit im dritthöchsten
Bereich der Verschuldungsskala. Im Bereich Ofenerdiek,
Etzhorn, Ohmstede und Nadorst-Nord (PLZ 26125) sind
11,14 Prozent (2010: 11,91) der Bürger verschuldet. In
Bürgerfelde / Alexandersfeld / den westlichen Teilen
Nadorsts (PLZ 26127) liegt die Quote bei 11,24 Prozent
(2010: 11,92).
Das Gebiet von Osternburg, Neuenwege bis Tweelbäke
und Krusenbusch (PLZ 26135) weist eine Schuldnerquote
von 11,7 Prozent auf (2010: 12,41). Die PLZ 26123 –
Donnerschwee, östliches Bürgerfelde und Teile Nadorsts –
erreicht eine Quote von 11,82 Prozent (2010: 12,32 und
damit die zweithöchste innerhalb Oldenburgs.
Anhand der Verteilung der Schuldnerquoten in der Stadt
Oldenburg bestätigt sich auch hier eine Entspannung
vornehmlich bei Personen mit so genannten weichen
Überschuldungsfaktoren, deren Überschuldungssituation
noch nicht aussichtslos ist, die aber bereits nachhaltige
Zahlungsstörungen aufweisen. Gleichzeitig hat sich eine
konjunkturunabhängige Sockelüberschuldung von
Personen mit zahlreichen gerichtlichen Negativmerkmalen
(wie z. B. eine eidesstattliche Versicherung oder eine
Privatinsolvenz) herausgebildet. Der Trend einer
zunehmenden strukturellen Überschuldung hat sich somit
2011 fortgesetzt. So hat sich die Zahl der Betroffenen
gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent auf 3,70 Millionen
erhöht, während die Zahl der Personen mit weichen
Überschuldungsmerkmalen um 6,0 Prozent auf 2,71
Millionen zurückging. Von den guten
Arbeitsmarktbedingungen konnten demnach vornehmlich
Schuldner aus letzterer Gruppe profitieren. Auch ist davon auszugehen, dass sich die bestehende
Sockelüberschuldung weiter verfestigen wird.
Überschuldung liegt vor, wenn ein Schuldner die Summe
seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer
Zeit nicht begleichen kann und ihm weder Vermögen noch
andere Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Oder
kurz: Die zu leistenden monatlichen Gesamtausgaben
übersteigen dauerhaft die Einnahmen.