Startseite        Häufig gestellte Fragen (FAQ)        Impressum        Downloads        Sitemap
Bildquelle (Oldenburger Schloss): Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH


  Wir über uns Leistungsspektrum News & Termine Info-Center Mitgliedschaft
 
Info-Center
Fachartikel & Checklisten
Unternehmensführung
Unternehmensfinanzierung
Kreditmanagement
International Business
Wirtschaftsinformationen
Marketing
Recht und Steuern
Forderungsmanagement
Systeme & Beratung
Online-Rechner
Lexikon Forderungsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Aktuelle Wirtschaftsforschung
Creditreform Akademie

Kontakt-Center

So finden Sie uns (Anfahrtsskizze)
Informationsmaterial anfordern

 Wir helfen Ihnen gerne:
 Tel.: 0441 973 99-0
 Fax: 0441 973 99-40

 

Startseite Info-Center Fachartikel & Checklisten Wirtschaftsinformationen Große Firmeninsolvenzen

Große Firmeninsolvenzen

Creditreform Unternehmermagazin

Neuss, 12.01.2012

Großinsolvenzen2011 ging der Insolvenztrend in Richtung kleine Firmen. Dennoch finden sich unter den Insolvenzkandidaten wieder einige große und namhafte Unternehmen mit überregionaler Bedeutung. Im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich die Zahl der bedrohten Arbeitsplätze in den zehn größten Unternehmensinsolvenzen des Jahres auf 15.540 Betroffene erhöht (Vorjahr: 12.130).

Die mit Abstand größte Insolvenz des Jahres betraf den Druckmaschinenbauer Manroland, dem Ende November das Geld ausging. Das drittgrößte Unternehmen der Branche mit Sitz in Augsburg litt unter der Billigkonkurrenz aus Asien und dem Trend zu elektronischen Dokumenten im Internet. Nach dem Verkauf des Unternehmens an einen Finanzinvestor 2006 ging der Umsatz massiv zurück. Die Suche nach weiteren Investoren und Partner blieb erfolglos. 6.500 Beschäftigte bangen nun um ihren Job.

Große Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2011 ("Top Ten")

 

Unternehmen

 

Geschäftszweck

Mitarbeiter

 

Manroland

 

Maschinenbauer

6.500

 

Sellner GmbH

 

Automobilzulieferer

1.600

 

Schlott Gruppe

 

Druckerei

1.480

 

Sondermann Brot GmbH & Co. KG

 

Lebensmittel

1.120

 

AKT Altmärker Kunststoff-Technik GmbH

 

Automobilzulieferer

1.000

 

Albert Ziegler GmbH & Co. KG

 

Feuerwehrtechnik

1.000

 

Manss Fruchtimport KG Unternehmensgruppe

 

Lebensmittelhandel

  890

 

YMOS Gruppe

 

Automobilzulieferer

  690

 

Gold Meister GmbH

 

Schmuckhandel

  660

 

TelDaFax

 

Energieanbieter

  600

Quelle: Creditreform Datenbank

Mit den Unternehmen Sellner, AKT und YMOS finden sich drei Automobilzulieferer in der Gruppe der größten Insolvenzen des Jahres. Die Sellner Gruppe, in der bundesweit 1.600 Mitarbeiter tätig sind, musste bereits im Januar 2011 einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen. Der Hersteller von hochwertigen Oberflächen für das Fahrzeuginterieur gehört seit 2005 mehrheitlich einem Finanzinvestor. Für die Pleite verantwortlich werden operative Mängel wie die hohen Ausschussquoten sowie Fehlkalkulationen bei großen Aufträgen gemacht. Zu den Kunden zählten BMW, Daimler, Volkswagen, Audi und Porsche. Ein Sanierungskonzept sei bereits ausgearbeitet, der bisherige Eigentümer und die Gläubigerbanken konnten sich aber nicht auf weitere Liquiditätshilfen einigen. Große Teile der Unternehmensgruppe sind mittlerweile an einen chinesischen Automotive-Konzern verkauft worden.

Für die Altmärker Kunststoff-Technik GmbH (AKT) aus Gardelegen in Sachsen-Anhalt, einer der führenden Kunststoffspritzgusshersteller für hochwertiges Automobilinterieur, kam ebenfalls im Januar 2011 das Aus. Mit rund 1.000 Mitarbeitern ist das Unternehmen der größte einzelne Arbeitgeber der strukturschwachen Region. Damit forderte die Krise in der Automobilindustrie von 2008/2009 verspätet ein weiteres Opfer. Verluste wurden zuletzt angehäuft, weil erhebliche Lieferrückstände entstanden. Mit einem Insolvenzplan und erfahrenen Sanierungsexperten sollte das Unternehmen binnen kürzester Zeit wieder handlungsfähig sein. Mittlerweile ist das Hauptwerk an Boryszew, ein großes polnisches Industrieunternehmen, verkauft worden.

Bei der YMOS Firmengruppe, die bereits zwischen 2000 bis 2002 unter Insolvenzverwaltung stand, sind rund 690 Arbeitnehmer von der Insolvenz betroffen. Das Unternehmen litt unter dem Preisdruck der Autohersteller und den Folgen der Wirtschaftskrise. Letztlich scheiterten die Gespräche mit den Banken, wodurch das Unternehmen in einen Liquiditätsengpass geriet. Der Automobilzulieferer befindet sich derzeit ebenfalls auf dem Einkaufszettel der polnischen Firma Boryszew.

Groß war der Schock für die rund 1.480 Beschäftigten, als der Tiefdruck-Dienstleister Schlott Gruppe für alle elf deutschen Konzernteile beim Nürnberger Amtsgericht einen Insolvenzantrag stellen musste. Als Insolvenzverwalter wurde der Nürnberger Rechtsanwalt Siegfried Beck berufen. "Jeder Investor, der ein vernünftiges Angebot vorlegt, ist willkommen" hieß es von Seiten des Insolvenzverwalters. Einige Bestandteile des Unternehmens sind mittlerweile verkauft und die Arbeitsplätze damit gesichert. Andere Standorte wie der Hauptsitz im Schwarzwald mussten geschlossen werden.

Sondermann Brot GmbH & Co. KG, eine Großbäckerei mit über 1.100 Mitarbeitern, musste ebenfalls 2011 den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Neben den stark gestiegenen Preisen für Energie und Mehl brachten die höher als geplant ausgefallenen Baukosten für eine Backstube das Fass zum Überlaufen. Die Geschäftsleitung hat sich entschlossen, frühzeitig Insolvenz anzumelden, um die Sanierungschancen zu erhöhen. Nun gehe es darum, ein Sanierungskonzept und einen Insolvenzplan zu erarbeiten. Das Unternehmen, das 1949 als Familienbetrieb entstand, unterhält 130 Filialen.

Im November 2011 wurde das Insolvenzverfahren über die Albert Ziegler GmbH & Co. KG beim Amtsgericht Aalen eröffnet. Als Insolvenzverwalter ist Dr. Bruno Kübler bestellt. Jetzt müssen alle Gläubiger ihre Insolvenzforderungen anmelden. Der Geschäftsbetrieb der gesamten Ziegler Gruppe mit rund 1.000 Mitarbeitern laufe vorerst weiter. Gut seien die Chancen auf eine erfolgreiche Sanierung des Feuerwehrtechnik-Ausrüsters, so Dr. Kübler.

In die Insolvenz rutschte 2011 auch die Manss Fruchtimport KG aus Hamm in Westfalen. Die Dortmunder Rechtsanwaltskanzlei Andres Schneider ist mit der Insolvenzverwaltung beauftragt. Nun soll ein Restrukturierungs- und Sanierungsplan ausgearbeitet werden, um die Fortführung des mehr als 100 Jahre alten Unternehmens mit knapp 900 Beschäftigten zu sichern. Zuvor waren die Verhandlungen der Geschäftsführung mit Kreditversicherern gescheitert, so dass die Insolvenz als einziger Ausweg gesehen wurde. Hauptgründe für die Schieflage seien die "ungesunde" Übernahme von Unternehmen und die Auslagerung von lukrativen Geschäftsfeldern gewesen. Das Unternehmen beliefert die Gastronomie sowie Cash-und-Carry-Märkte und Bäckereien. Nun ist es wichtig, das Vertrauen der Kunden zu erhalten.

Die Schmuckhandelskette Gold Meister GmbH aus Hanau hat kurz vor Ostern 2011 Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 660 Beschäftigte. Deutschlandweit betreibt das Unternehmen 130 Verkaufsläden, vornehmlich in Einkaufszentren und Warenhäusern. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Jan Markus Plathner führt den Geschäftsbetrieb bei der ehemals zweitgrößten deutschen Schmuckkette nach dem Insolvenzantrag zunächst fort. Gespräche über ein mögliches Sanierungskonzept und neue Investoren für einen Erhalt des 1987 entstandenen Unternehmens führten aber nicht zum Erfolg. Ein Großteil der Filialen ist mittlerweile geschlossen.

Im September wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Energiediscounters TelDaFax aus Troisdorf bei Bonn eröffnet. Rund 750.000 Gläubiger, ein Großteil von ihnen Kunden mit im Voraus bezahlten Rechnungen, warten nun auf ihr Geld. Strom- und Gaslieferungen sind inzwischen eingestellt. TelDaFax, jahrelang Trikotsponsor beim Fußballbundesligisten Bayer Leverkusen, sitzt auf einem riesigen Schuldenberg und fuhr seit einiger Zeit eine zweifelhafte Geschäftspraxis, indem Energie unter Einkaufspreisen verkauft wurde. Der Rechtsanwalt Bähr sieht derzeit wenig Hoffnung für ein schnelles Ende des Verfahrens. Gemessen an der Gläubigerzahl betreut der Insolvenzverwalter das größte Verfahren in der deutschen Geschichte.

Im November ging auch der bekannte Baukonzern Heitkamp in die Insolvenz. Bislang ist lediglich die Holding betroffen – alle operativen Gesellschaften seien nicht tangiert. Heitkamp baute u. a. die gläserne VW-Manufaktur in Dresden und den Euro-Tunnel unter dem Ärmelkanal.



   Seite: drucken  |  weiterempfehlen  |  verlinken Bookmark and Share
 
Verwandte Themen

 Deutscher Mittelstand organisiert seine Nachfolge
 Bonitätsbewertung und Qualität
 Bonitätsprüfung Unternehmen (B2B)
 Unternehmensinformation
Creditreform News

15.05.2012 - SchuldnerKlima-Index Deutschland mit 102,3 Punkten im Frühjahr 2012 auf stabil-positivem Niveau mehr

15.05.2012 - Aktuelle Analyse zur Wirtschaftslage im österreichischen Mittelstand mehr

24.04.2012 - CEG Creditreform Consumer GmbH firmiert um in Creditreform Boniversum GmbH und positioniert sich neu mehr

16.04.2012 - Aktuelle Analyse: Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Frühjahr 2012 mehr

23.03.2012 - Creditreform Beiträge zur Wirtschaftsforschung Nr. 15 mehr

Alle bundesweiten Meldungen
Wirtschaftsinformationen
Chancen nutzen,
Risiken minimieren.


Schätzen Sie Ihre Geschäftspartner richtig ein. Wir bieten für jeden Bedarf die passende Lösung.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Beratungstermin vereinbaren


Aktuelle Themen im Bereich "Wirtschaftsinformationen"


Neue Auskunftsformate Betrugsprävention   Firmenadressen
B2B   Wirtschaftsforschung
  Softwarelösungen  B2C
Bonität
 
  Kontakt | | Disclaimer | Datenschutz | Downloads | Sitemap    
       
  © 2011 Creditreform Oldenburg Bolte KG | Neue Donnerschweer Str. 36 | D-26123 Oldenburg
Tel.: +49 (0) 441 973 99-0 | Fax: +49 (0) 441 973 99-40 | E-Mail: info@oldenburg.creditreform.de