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Apps für den Geschäftsalltag


Neuss, 09.06.2010

Von der iPhone-Schnittstelle im Fahrzeug bis zur Salesforce-Anwendung für Vertriebler: Apps verändern das mobile Arbeiten.

Der Mercedes-Forscher Bharat Balasubramanian ist jemand, der gern Kontakt zu seinen Nachbarn pflegt, ihre Partys besucht und ihnen zuhört – gerade wenn es um die neuesten technischen Gadgets geht. Dass sein Arbeitsplatz, das Labor für Forschung und Entwicklung von Mercedes-Benz Nordamerika, am Hansen Way im kalifornischen Palo Alto liegt, kommt dem Leiter der Direktion "Produktinnovation und Prozesstechnologien" daher sehr gelegen – schließlich ist diese Adresse erstklassig, wenn man den Finger am Puls des Silicon Valley haben will. Im Umkreis von 45 Fahrminuten befinden sich neben Apple weitere IT-Riesen wie Hewlett-Packard, Intel, Google und Yahoo! Und aus Balasubramanians Nachbarschaftsverhältnis zu Apple-CEO Steve Jobs entstand das bisher folgenreichste Resultat: die Integration des iPhones in die S-Klasse ab Werk.

Wer sein iPhone in einem neuen Mercedes-Benz benutzt, greift seither auf seine Musik direkt über die Benutzeroberfläche des Fahrzeugs zu. Die Ausweitung auf andere Mercedes-Modellreihen ist geplant. Und die Telekom, hierzulande exklusiver Vertriebspartner des iPhone, begrüßt die Kooperation zwischen Stern und Apfel ausdrücklich – zumal Hersteller wie Audi, BMW, Citroen, Honda, Jaguar, Peugeot und Volvo für ihre eigenen Topmodelle nachziehen wollen. Und dabei geht es deren Geschäftskunden längst nicht nur um die musikalischen Fähigkeiten des Apple-Smartphone, sondern gerade auch um die vielen nützlichen Zusatzprogramme, die sich darauf installieren lassen: die Apps.

Bisherige Highlights sind die Fahrzeugortung per GPS oder die Möglichkeit, während der Fahrt den aktuellen Kontostand bei der Mercedes-Benz Bank abzufragen. "Das Marktpotenzial von Apps im Vergleich zu den möglichen Einsatzbereichen und Arbeitserleichterungen ist aber noch lange nicht ausgereizt", stellt Niek Jan van Damme, Sprecher der Telekom-Geschäftsführung, klar. Schon heute hätten Apple und Telekom mehr als 150.000 mobile Applikationen allein für deutsche Kunden im Programm – unterteilt nach "kostenlos", "kostenpflichtig" und "Abonnement". Konkurrenz bekommt das iPhone von Apple immer stärker auch von Google, für dessen Handy-Betriebsystem "Android" ebenfalls interessante Apps entwickelt werden. Wie Sie übrigens verhindern, dass Apps zum Einfalltor für Handy-Viren und Spionageprogramme werden, lesen Sie in "Creditreform" 5/2010.

Business-Apps gefragt

Für Geschäftsreisende besonders wichtig: Das iPhone verbindet sich mit Microsoft Exchange und anderen E-Mail-Servern, so dass Mitarbeiter auf unternehmenseigene Post, Kalender und Kontakte zugreifen können. Die Daten eines Unternehmens sind laut Apple zuverlässig geschützt, da jedes Gerät eine verschlüsselte Benutzer-ID und ein Kennwort aufweist. Und bei Diebstahl oder Verlust verhindert die Fernlöschfunktion einen etwaigen Datenmissbrauch.

Zu den kostenfreien Apps-Offerten von Apple und Telekom zählt "Post mobil": Die Briefe werden per Handyporto bezahlt, der nächste Briefkasten wird per GPS ausgemacht. Mit Hilfe des ebenfalls gebührenfreien "iSixt" wird direkt gecheckt, ob ein Wagen in der gewünschten Preiskategorie verfügbar ist. Als nächstes erfolgen Fahrzeugreservierung und Wünsche für die Bereitstellung. Für 7,99 Euro gibt es "Quickoffice", die mobile Lösung für das Erstellen, Bearbeiten und Versenden von Word- und Excel-Dokumenten. 4,99 Euro kostet der "DocScanner": Die Vorlage wird mit dem Handy fotografiert, Bildausschnitt, Helligkeit und Kontrast den Wünschen angepasst, danach kommt das Speichern als PDF. Über Abonnement ist unter anderem "Salesforce Mobile" erhältlich: der schnelle Zugriff auf firmeneigene Kundendaten, Etats, Umsätze und Berichte von unterwegs aus.

Verkaufserfolge steigern

Immer mehr Unternehmen schätzen Apps vor allem deswegen, weil sie die Arbeitswelt ihrer reisenden Mitarbeiter speziell auf deren Aufgabengebiet hin effizienter gestalten können – komplett und ortsunabhängig. So brauchen zum Beispiel die Vertriebsleute des Fahrradherstellers Trek Bicycle Corporation auf Radsportveranstaltungen im Gespräch mit Händlern und Produktinteressierten nur das iPhone herauszuholen, um Materialien, Techniken und Funktionen einfacher und anschaulicher zu erklären – sogar per Video. "Natürlich nutzen inzwischen auch unsere Händler dieses Verkaufswerkzeug für die Hosentasche, mit dem ein breiteres Publikum an mehr Orten und zu jeder Zeit ansprechbar ist", sagt Marketingleiter Derek Deubel. Das Beratungsunternehmen Logica Deutschland nutzt Apps bei Kundenberatungen vor Ort ebenso wie für Telefonkonferenzen und die Zeiterfassung. Der Axel Springer-Verlag will das iPhone mit einer speziellen App demnächst für die Druckoptimierung und -überwachung einsetzen. Informationen zum Produktionsstand von Zeitungen und Zeitschriften sollen von Verantwortlichen dann jederzeit und unabhängig vom Aufenthaltsort in Sekundenschnelle abrufbar sein.

Dass die iPhone-Ergänzungen unternehmensspezifischen Anforderungen und damit den Arbeitsweisen der Beschäftigten angepasst werden können, zeigt das Beispiel des US-Maschinenvermarkters Sunbelt Rentals: Dessen IT-Abteilung fügte dem App "Salesforce Mobile" ein auf Mitarbeiter individuell abgestimmtes Verteilungs- und Bereitstellungsprofil sowie eine bessere Verbindungsmöglichkeit zum im Unternehmen vorhandenen ERP- und CRM-System hinzu. Darüber hinaus wurde der Zugang zu Datenbanken erweitert. Ergebnis: Die Außendienstler rufen jeweils für ihre Bereiche die Vertriebsdaten, Bestandsprotokolle und vollständige Kundendaten ab, nutzen diese für die Kundenbesuchsvorbereitung und als Gesprächsargumente. Dazu kommt, dass die sich ständig ändernden Tarife und Verfügbarkeiten der Maschinen und von Maschinenausrüstungen direkt beim Kunden vor Ort checken lassen. Angebote und Berichte bearbeiten Mitarbeiter im Außen- und Innendienst somit gemeinsam – in Echtzeit. "Oft stellen Kunden Fragen, die sie unseren Mitarbeitern gegenüber spontan und mitten auf einer Baustelle vorbringen. Mit Hilfe unseren eigenen Apps erfolgt die Antwort sofort und fundiert, dadurch sind wir der Konkurrenz einen wichtigen Schritt voraus", erklärt Sunbelt-Vizechef John Stadick.

Apps: Wer dem iPhone Konkurrenz macht

Apple war der Pionier, doch längst ist der Einsatz von Apps nicht mehr nur den iPhone-Nutzern vorbehalten. Auch Geräte mit Googles Betriebsystem "Android" sind für den Einsatz nützlicher Zusatzprogramme ausgelegt, zu fin-den etwa in Googles "Android Market" (www.android.com/market). Deutsche Führungskräfte schwören laut Mobilfunkanbieter Vodafone derzeit vor allem auf Geräte von HTC (Modell "Legend"), Nokia ("E72") oder Palm ("Pre Plus"). Auch diese Smartphones bieten einen Zugang zu Application-Stores des jeweilen Herstellers oder Betriebsystem-Entwicklers, wo sich sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Apps – meist direkt über das Endgerät selbst – herunterladen und einfach installieren lassen.


Business-Apps: Beliebte Zusatzprogramme fürs iPhone

Name  Funktion  Preis im App-Store
Briefcase Dateiübertragungen leicht gemacht 3,99 Euro
Encyclopedia Vollständige Kopie von Wikipedia 2,99 Euro
Gabler Wirtschaftslexikon Mehr als 25.000 Wirtschaftsbegriffe erklärt 1,59 Euro
Gelbe Seiten Firmendatenbank kostenlos
Handelsblatt Nachrichten aus Wirtschaft, Finanzen, Politik, Technologie kostenlos
iDict Übersetzen von Texten und Webseiten kostenlos
iOut Bank Pro  Überweisungen tätigen, Kontoumsätze verfolgen 6,99 Euro
Megatrends Trenddatenbank für Klimawandel, Gesundheit, Demografie 0,79 Euro
Mehrwertsteuer-Rechner  Umsatzsteuer-Prozent-Rechner 0,79 Euro
Navigon Mobile Navigator  iPhone wird zum vollwertigen Navigationssystem 89,99 Euro
PDF Word Excel File Viewer  Betrachten von PDF- und Office-Dateien 0,79 Euro
Speicherplatz Verwaltet den verbleibenden Speicherplatz des iPhone kostenlos
Tank Pro  Erfassen und Auswerten des Kraftstoffverbrauchs 2,99 Euro
Taxi Finder Einfacher Taxi-Ruf je nach aktuellem Standort kostenlos
World Card Mobile  Scannen und Einspeichern von Visitenkarten 4,99 Euro
Quelle: Apple, eigene Recherche

aus "Creditreform – das Unternehmermagazin aus der Verlagsgruppe Handelsblatt",
Autor: Gerd Zimmermann



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