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Alternative Antriebe: "Mittelständler schätzen den Marketingwert"
Alternative Antriebe: "Mittelständler schätzen den Marketingwert"
Creditreform Unternehmermagazin
Creditreform Magazin, 15.03.2011
Carolin Reichert, Leiterin E-Mobility bei der RWE Effizienz GmbH in Dortmund, skizziert alltagstaugliche Einsatzszenarien für Elektroautos.
Frau Reichert, Sie bieten E-Modelle wie Mitsubishi i-MiEV, Citroën C-Zero und Peugeot iOn, bald auch den Renault Kangoo Rapid Z.E., in einem e-Drive-Paket an. Wie funktioniert das?
Kinderleicht: Sie gehen einfach auf unsere Internetseite www.rwe-mobility.com und reservieren sich dort das gewünschte Fahrzeug. Dazu wählen Sie noch die von Ihnen gewünschte Ladebox oder Ladestation aus. Und dann geht eigentlich alles automatisch. Nach der Vertragsunterzeichnung managen wir sowohl die Fahrzeugübergabe in Zusammenarbeit mit dem lokalen Fahrzeughändler als auch die Installation der RWE Ladelösung vor Ort. Die Verträge
für Ladeinfrastruktur und Strom schließt der Kunde mit RWE ab – den Vertrag
über das Fahrzeug mit dem jeweiligen Hersteller. Wir sind also kein Autoverkäufer, sondern arbeiten Hand in Hand mit Herstellern und Händlern zusammen.
Was kostet das Paket? Wie ist das Interesse?
Das e-Drive-Paket ist ab zirka 35.000 Euro erhältlich. Neben dem Elektroauto beinhaltet es die RWE Ladebox inklusive Anschluss sowie ein Ladekabel, mit dem der Kunde die fast 600 öffentlichen RWE-Ladepunkte in Deutschland nutzen kann. Darüber hinaus steht es dem Kunden frei, einen Autostromvertrag mit uns abzuschließen. Die Resonanz ist überaus positiv, vor allem bei mittelständischen Unternehmen. Gerade Mittelständler sehen den hohen Marketingwert eines Elektroautos in Kombination mit grünem Strom und sind
bereit, hierfür etwas mehr auszugeben. Darüber hinaus ist das Fahrzeug, unabhängig vom Hersteller, absolut überzeugend und alltagstauglich. Das Fahren macht großen Spaß. Man merkt einfach, dass es sich um ein echtes Serienfahrzeug handelt.
Und wie geht der Aufbau von öffentlichen Ladepunkten voran?
Stand heute haben wir fast 600 Ladepunkte in knapp 100 Städten in Deutschland aufgebaut. Unsere Ladestationen stehen an möglichst attraktiven Standorten, sprich dort, wo der Kunde ohnehin parkt. Also in Innenstädten, Parkhäusern oder auf Kundenparkplätzen von Supermärkten. Darüber hinaus kooperieren wir mit drei mittelständischen Mineralölgesellschaften AVIA, Westphalen und Orlem, an deren Tankstellen wir nun auch sukzessive Ladestationen errichten. Übrigens verwenden wir an unseren Ladestationen ausschließlich
zertifizierten Ökostrom.
Was ist unter einer „intelligenten“ RWE-Ladesäule zu verstehen?
Unsere Ladestation erlaubt die automatische Erkennung des Kunden beim Einstecken des Ladekabels. Dieses Verfahren bezeichnen wir als Plug & Charge. Er benötigt also keine Chipkarte oder andere Hilfsmittel. Alles geht automatisch, bis hin zur zweimonatlichen Abrechnung. Ferner sind unsere Ladestationen zentral steuerbar. So können wir zum Beispiel auch die Leistung aller Ladestationen zentral regeln und vermeiden mittelfristig einen teuren Netzausbau. Im nächsten Schritt werden wir unsere Ladeinfrastruktur
mit zeitvariablen Tarifen kombinieren und Firmenkunden mit eigener Stromerzeugung die zentrale Optimierung von Stromerzeug, zum Beispiel über ein Photovoltaik-Dach, und Verbrauch ermöglichen. Und natürlich ist auch Roaming für uns ein Thema. Der Kunde soll schließlich an jeder Ladestation laden können. Technisch ist das heute schon möglich. Sobald die gesetzlichen Rahmenbedingungen klar sind, werden wir das auch umsetzen.
Wann wird es den Autostrom geben, der gesondert besteuert wird?
Nun, das ist ein Thema, das ich erst in sehr ferner Zukunft erwarte. Derzeit geht es darum, sämtliche Steuerungsmechanismen, ob Steuern, Kaufanreize oder sonstige Incentives, pro Elektroauto auszurichten. Das ist die Aufgabe, der sich aktuell die Nationale Plattform für Elektromobilität stellt. Eine Besteuerung von Autostrom wird erst dann kommen, wenn sich das Elektroauto in der Masse durchgesetzt hat.
Autor: Die Fragen stellte Gerd Zimmermann
Hauptartikel: „Alternative Antriebe“
Noch spricht alle Welt vom akkubetriebenen Elektroauto, doch 2015 soll bereits das Zeitalter des Wasserstoffmobils beginnen.
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